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Wie verhindert man Schimmel bei Einblasdämmungen? Expertenratgeber

Aktualisiert: 10. Juli

Die Frage, ob Einblasdämmung zu Schimmelbildung führen kann, ist eine der am häufigst gestellten Fragen, wenn wir Häuser begutachten. Während die Antwort im Allgemeinen beruhigend ist – das Schimmelrisiko ist sehr gering, wenn der richtige, hydrophobe Dämmstoff verwendet wird – gibt es dennoch Umstände, die besondere Aufmerksamkeit erfordern. Insbesondere die steigenden Niederschlagsmengen, wie sie beispielsweise im Winter 2023/2024 beobachtet wurden, können Herausforderungen darstellen. In Zeiten, in denen Fassaden kontinuierlich nass sind und der Dämmstoff dauerhaft Feuchtigkeit ausgesetzt ist, kann das Schimmelrisiko ansteigen.

Schutz der Fassade und der Dämmung vor Feuchtigkeit
Schutz der Fassade und der Dämmung vor Feuchtigkeit

Um die Bildung von Schimmel in der Dämmung zu verhindern, ist eine wirksame Strategie die Hydrophobierung der Fassade. Diese Behandlung fungiert wie eine Schutzcreme, die wasserabweisend wirkt und auf die Außenwände aufgetragen wird, um zu verhindern, dass Feuchtigkeit eindringt. In diesem Artikel erläutern wir detailliert, wie Sie Ihre Fassade effektiv vor Feuchtigkeit und Schimmel schützen können. Wir zeigen Ihnen wie Sie das Risiko von Schimmel in Ihrer Fassade und Dämmung minimieren können.


Inhaltsverzeichnis:



Welche Probleme kann Feuchtigkeit für die Dämmung erzeugen? Die Rolle von Schlagregen in Norddeutschland


Im Norddeutschland beobachten wir häufiger Feuchtigkeitsprobleme in der Fassade und der Dämmung. Dies ist zurückzuführen auf das Phänomän des Schlagregens. Schlagregen, also Regen, der durch starke Winde gegen Fassaden gedrückt wird, stellt eine besondere Herausforderung dar. Diese Art von Niederschlag ist vor allem in Küstenregionen oder windigen, exponierten Lagen besonders intensiv und kann durch kleinste Öffnungen und Risse in der Außenhülle von Gebäuden eindringen. Besonders im niederschlagsreichen Winter 2023/2024 führte dies in Norddeutschland zu zahlreichen Schäden.


Wenn Feuchtigkeit von außen in die Dämmung eindringt, kann dies zu zwei Hauptproblemen führen:

  1. Temporäre Reduzierung der Dämmleistung: In den meisten Fällen wird die Dämmung feucht, kann aber wieder abtrocknen. Dies führt zwar zu einer temporären Reduzierung der Dämmleistung, stellt jedoch meist kein dauerhaftes Problem dar.

  2. Langfristige Schäden und Schimmelbildung: Sollte die Feuchtigkeit aufgrund einer sehr hohen Belastung nicht wieder abtrocknen, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Hydrophobe Dämmmaterialien, wie Glaswolle, können in sich zusammensacken und ihre Dämmwirkung dauerhaft verlieren. Im schlimmsten Fall kann es zu Schimmelbildung in der Einblasdämmung kommen. Dies erfordert oft eine aufwändige Sanierung der Fassade in der das Dämmmaterial entfernt werden muss und die Fassade erneuert, was zu erheblichen Kosten führen kann.

  3. Frostschäden: Durch die Isolierung bleiben die Außenwand bei niedrigen Temperaturen kälter. Hat nun starker Niederschlag die Mauer durchfeuchtet kann sie nicht so schnell trocknen durch die niedrigen Temperaturen und die gefrierende Feuchtigkeit kann zu Frostschäden führen, da das Wasser in den Poren der Wand gefriert und die Struktur beschädigt..


Diese Problematik ist auch in anderen Regionen mit ähnlichem Klima wie in Großbritannien bekannt, wo hohe Niederschlagsmengen und häufiger Schlagregen ähnliche Herausforderungen darstellen. Der Youtube Kanal Skill Builder hat sich in dem Video unten sehr gut mit dem Thema beschäftigt und zeigt die Probleme insbesondere für die Einblasdämmung auf.




Langfristiger Schutz Ihrer Gebäudehülle: Hydrophobierung gegen Feuchtigkeit und Schimmel


Um das Eindringen von Feuchtigkeit in die Fassade zu verhindern und damit das Schimmelrisiko signifikant zu reduzieren, ist die Hydrophobierung eine effektive Maßnahme. Hydrophobierung bedeutet, dass eine spezielle, wasserabweisende Schutzcreme auf die Außenwände aufgetragen wird. Diese Creme ist diffusionsoffen, was bedeutet, dass sie den Feuchtigkeitsaustausch zwischen dem Inneren des Gebäudes und der Außenluft nicht behindert, während sie gleichzeitig Wasser abweist.


Die Wirkweise der Hydrophobierung beruht darauf, dass sie die Oberflächenspannung der Fassadenmaterialien sowie der Poren im Baustoff verändert. Die Schutzcreme bildet eine hauchdünne Schicht, die sich in die Poren und Kapillaren des Materials einlagert. Diese Schicht ändert die natürliche Oberflächenspannung des Baustoffs zu einer viel stärker wasserabweisenden. Dadurch perlt Wasser effektiv von der Fassade ab, statt in das Material einzudringen.


Trotz der wasserabweisenden Eigenschaften bleibt die Struktur des Materials erhalten, ohne dass der Porenquerschnitt verkleinert wird. Dies ist wichtig, um die Atmungsaktivität des Baustoffes zu bewahren, welche für die Regulierung der inneren Feuchtigkeit und Vermeidung von Kondensation essentiell ist. Gute Hydrophobierungsmittel dringen tief in den Baustoff ein und bieten so auch Schutz vor Rissen, die durch Umwelteinflüsse entstehen können. Selbst wenn Risse auftreten, bleibt die Schutzwirkung der Hydrophobierung bestehen, da die tiefe Penetration sicherstellt, dass auch tiefer liegende Schichten vor Feuchtigkeit geschützt sind.

Hydrophobierte Fassade
Hydrophobierte Fassade

Durch diese Eigenschaften trägt die Hydrophobierung nicht nur zum Schutz vor Feuchtigkeit und Schimmel bei, sondern erhält auch langfristig die strukturelle Integrität und das ästhetische Erscheinungsbild der Fassade.



Warum Diffusionsoffenheit bei Hydrophobierung und Dämmung entscheidend ist


Die Bedeutung einer diffusionsoffenen Hydrophobierung und Dämmung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, insbesondere in Bezug auf die Prävention von Schimmelproblemen, die durch Feuchtigkeit aus dem inneren des Gebäudes kommt. Warme, feuchte Luft, die von innen nach außen durch die Fassade entweicht, spielt eine entscheidende Rolle für das Feuchtigkeitsmanagement eines Gebäudes. Wird diese Luftbewegung durch eine nicht diffusionsoffene Dämmung oder Hydrophobierung blockiert, kann es zu Kondensation und folglich zu Schimmelbildung kommen. Daher ist es von größter Wichtigkeit, dass sowohl die Dämmmaterialien als auch die hydrophobierenden Schutzmittel diffusionsoffen sind. In unserer Praxis verwenden wir ausschließlich diffusionsoffene Dämmstoffe und Schutzmittel wie Stormdry. Wie die Diffusionsoffenheit an einem Beispiel verdeutlicht wird, zeigt dieses Video recht gut:




Diffusionsoffene Materialien ermöglichen es der Feuchtigkeit, sicher aus dem Gebäudeinneren zu entweichen, ohne die Isolierungseigenschaften zu beeinträchtigen und tragen somit wesentlich zur Gesundheit und Langlebigkeit der Baustruktur bei.



Effektive Hydrophobierungsmittel im Vergleich

Stormdry Hydrophobierung
Stormdry Hydrophobierung

Für die Hydrophobierung verwenden wir zwei verschiedene Mittel, die je nach Struktur der Fassade, Kundenpräferenz und Feuchtigkeitsgrad der Umgebung ausgewählt werden. Unser Premiumprodukt, Stormdry, stammt aus Großbritannien und ist durch die British Board of Agrément (BBA) zertifiziert und getestet worden. Es ist insbesondere für seine Erwähnung auf dem YouTube-Kanal Skill Builder bekannt und geschätzt für seine hohe Qualität.


Als zweite Option bieten wir Nano4you an, das vom Institut Fresenius geprüft und zertifiziert wurde. Dieses Produkt wird vor allem für größere Objekte verwendet, da es kostengünstiger ist, jedoch ebenfalls sehr gute hydrophobe Eigenschaften aufweist. Beide Mittel zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, tief ins Mauerwerk einzudringen, was ihnen eine lange Haltbarkeit verleiht. So bietet beispielsweise die Hydrophobierungscreme von Stormdry eine Herstellergarantie von 25 Jahren auf ihre Wirksamkeit.



Durchführung der Hydrophobierung


Die Hydrophobierung einer Fassade erfolgt in mehreren sorgfältig ausgeführten Schritten, um die bestmögliche Wirksamkeit der Behandlung zu gewährleisten.




Hier ist ein übersichtliches Format, das jeden Schritt klar darstellt:

Reinigung der Fassade:

  • Entfernung von losem Mörtel, Staub und anderen Rückständen mit einer Mauerwerksbürste.

  • Einsatz von Fassadenreinigern zur Entfernung biologischer Wachstüme wie Moos, Algen oder Flechten.

Vorbereitung schützenswerter Bereiche:

  • Abkleben von Fenstern, Türen und anderen Bauteilen, die nicht behandelt werden sollen, um sie vor Spritzern zu schützen.

Auftragen der Hydrophobierungscreme:

  • Einsatz eines Pinsels für präzise Arbeiten um Fenster und andere empfindliche Bereiche, um Spritzer zu vermeiden.

  • Verwendung eines Rollers oder Sprühgeräts für größere Flächen, um eine gleichmäßige Abdeckung zu gewährleisten.

Nachbehandlung:

  • Überprüfung auf übersehene Stellen wie Risse im Mauerwerk oder tiefliegende Mörtelfugen, die anschließend mit einem Pinsel nachgefüllt werden.

Einwirkungszeit:

  • Die Creme benötigt 24 bis 48 Stunden, um vollständig einzuziehen. Während dieser Zeit sollte die Fassade vor Regen geschützt bleiben, um die Wirksamkeit der Hydrophobierung nicht zu beeinträchtigen.


Durch die Befolgung dieser Schritte wird sichergestellt, dass die Fassade effektiv vor dem Eindringen von Feuchtigkeit geschützt ist und die Dämmung ihre maximale Effizienz beibehält.



Fazit


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Hydrophobierung eine sehr sinnvolle Maßnahme für Immobilien in exponierten Lagen darstellen kann, die einem hohen Maß an Feuchtigkeit und Niederschlag ausgesetzt sind. Dies gilt besonders, wenn Ihre Immobilie mit einer Einblasdämmung ausgestattet ist, da die Hydrophobierung das Dämmmaterial und die Außenfassade effektiv vor Wasserschäden schützt.


Sollten Sie sich bezüglich der Notwendigkeit einer Hydrophobierung unsicher sein oder eine spezifische Beratung wünschen, stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung. Sie erreichen uns telefonisch unter 040 524 791 010 oder können unser Kontaktformular in der Fußzeile nutzen, um einen kostenlosen Untersuchungstermin zu vereinbaren. Wir besuchen Ihre Immobilie gerne, um eine Einschätzung zu geben und Ihnen die besten Lösungen für den Schutz Ihrer Immobilie vorzuschlagen.




Mate Rumstein



Über den Autor Mate Rumstein:

Mate Rumstein verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung als Industrieisolierer und hat in dieser Zeit zahlreiche Projekte unterschiedlicher Größen geleitet. Seine Karriere startete er als Bauleiter bei RS Isolierung GmbH, bevor er als Isolierer und Bauleiter zur A.S. Dämmtechnik GmbH in Hamburg wechselte. Dort spezialisierte er sich auf Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierungen. Über die Jahre hat Mate Rumstein umfassende Kenntnisse in verschiedenen Bereichen der Dämmung erworben und gilt als zuverlässiger Experte in seinem Fachgebiet.

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