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Welche Einblasdämmung ist die beste?

Aktualisiert: 10. Juli



Es gibt viele Mythen und Halbweisheiten zu den verschiedensten Dämmstoffen, aber wir haben aufgeräumt und eine Zusammenstellung und Einordnung der häufigsten Dämmstoffen vorgenommen, insbesondere mit einem Fokus auf Einblasdämmung. Diese basiert auf Studien und Erfahrungswerten.


Bei der Entscheidung für den besten Dämmstoff für eine Einblasdämmung müssen zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden. Diese umfassen die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Projekts, die baulichen Gegebenheiten sowie die ökologischen und ökonomischen Aspekte. Es gibt nicht den einen besten Dämmstoff, aber es gibt viele Situationen, in denen bestimmte Dämmstoffe nicht geeignet sind. Auf Basis unserer Erfahrung und den Empfehlungen des Fachverbandes Einblasdämmung können wir für verschiedene Situationen klare Empfehlungen aussprechen.


Zellulose
Zellulose

Dieser Text stellt die verschiedenen Dämmstoffe mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen detailliert dar und analysiert sie, um so zu einer fundierten Entscheidung für den besten Dämmstoff für die Einblasdämmung beizutragen.


Fazit - Was ist die beste Einblasdämmung


 

Vergleichstabelle -

Dämmstoff

Vorteile

Nachteile

Empfohlene Anwendung

Nanogel / Aerogel

  • Sehr gute Wärmedämmfähigkeit

  • Geeignet für geringe Schichtdicken

  • Kann in Innenraäume eindringen

  • Ungeklährte langzeit Auswirkung auf Gesundheit

  • Fassade

EPS-Kügelchen

  • Füllt Restlücken, geeignet für sehr dünne Hohlräume

  • Kein Problem mit Feuchtigkeit

  • Einfache Entsorgung

  • Kann "auslaufen" bei undichten Stellen

  • Nicht ökologisch (besteht aus Mineralöl)

  • Fassade

  • Dielenboden

Glaswolle

  • Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis

  • Schimmelresistent

  • Wasserabweisend

  • Benötigt mindestens 4cm Hohlraum

  • Fassade

  • Dachboden

  • Dachschräge

Steinwolle

  • Voteile von Glaswolle

  • Hohe Schalldämmung

  • Teurer als Glaswolle

  • Fassade

  • Dachboden

  • Dachschräge

Perlite

  • Guter Schutz gegen Schimmel

  • Erhöhtes Risiko für langfristigen Schaden an Fassade [1]

  • -

Holzfasern

  • Ökologisch

  • Recycelbar

  • Diffusionsoffen und kapilaraktiv

  • Leicht schlechterer Wärmedämmschutz

  • Nicht anwendbar in Fassade

  • Dachboden

  • Dachschräge

Zellulose

  • Ökologisch

  • Recycelbar

  • Diffusionsoffen und kapilaraktiv

  • Leicht schlechterer Wärmedämmschutz

  • Nicht anwendbar in Fassade

  • Dachboden

  • Dachschräge

  • Fachwerk

Stroh

  • Ökologisch

  • Probleme mit Schädlingen und Fäulnis

  • Dachboden

  • Dachschräge



Nanogel/Aerogel

 Nanogel und Aerogel sind hochmoderne Dämmmaterialien, die durch ihre hervorragende Wärmedämmfähigkeit beeindrucken. Sie eignen sich für viele verschiedene Anwendungen und werden oft als bester Dämmstoff bezeichnet. Sie sind für sehr geringe Schichtdicken geeignet und können somit auch in begrenzten Räumen eingesetzt werden. Ihre feinen Partikel dringen in kleinste Ritzen und Fugen ein, was eine lückenlose Dämmung ermöglicht. Jedoch haben sie auch Nachteile: Ihre feinen Partikel können in Innenräume gelangen und zu Staubablagerungen führen. Bei starkem Wind besteht die Gefahr, dass sie aus der Dämmung herausgeweht werden. Die gesundheitlichen Langzeitwirkungen von Nanogel sind noch nicht abschließend geklärt. Dies ist auch der Grund weshalb Dämmung Nord nicht mit Nenogel dämmt. Ein weiterer Aspekt ist der relativ hohe Preis, der bei der Entscheidung für oder gegen diesen Dämmstoff berücksichtigt werden sollte.

 


EPS-Kügelchen

 EPS-Kügelchen (expandiertes Polystyrol) sind eine kostengünstige und effektive Lösung für dünne Hohlräume. Sie eignen sich besonders gut für schmales und verwinkelte Hohlschichten. Der Dämmstoff ist sehr wasserabweisend und kann daher gut in feuchten Umgebungen eingesetzt werden. Eines der Hauptprobleme bei der Verwendung von EPS-Kügelchen ist jedoch das Risiko, dass sie bei undichten Stellen "auslaufen" können. Auch bei späteren Arbeiten am Mauerwerk muss darauf geachtet werden, dass die Kügelchen vorher verfestigt werden, um ein Entweichen des Dämmmaterials zu verhindern. Die Dämmwirkung ist sehr hoch, aber im Vergleich zu Nanogel oder Aerogel sind die Folgen von undichten Stellen weniger gravierend. Hier finden Sie weitere Informationen zu EPS.

 


Glaswolle

Glaswolle ist ein leichter, nicht brennbarer Dämmstoff mit der höchsten Brandschutzklasse (A1), der zudem eine hohe Beständigkeit gegenüber Schimmel, Fäulnis und Schädlingen aufweist. Seine guten Schallschutzeigenschaften machen ihn besonders geeignet für den Einsatz in Wohngebäuden. Neuartige Glaswolldämmstoffe, wie beispielsweise die von Knauf, verursachen weniger Hautreizungen, weshalb dieser Dämmstoff mit dem blauen Engel ausgezeichnet wurde. Auch bei nachträglichen Arbeiten am Mauerwerk, wie dem Austausch von Fenstern, muss man nicht befürchten, dass der Dämmstoff einem entgegenkommt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis von Glaswolle ist sehr gut, und sie erreicht eine ausgezeichnete Dämmwirkung. In Deutschland ist Glaswolle einer der Marktführer für Einblasdämmungen. Hier finden Sie weitere Informationen zu Glswolle.



Steinwolle

Steinwolle ist ein nicht brennbarer Dämmstoff mit hohem Schmelzpunkt, der sich hervorragend für Brand- und Schallschutz eignet. Zudem ist sie feuchteunempfindlich und daher gut für den Einsatz in feuchten Umgebungen geeignet. Allerdings verliert Steinwolle ihre Dämmwirkung bei zu hoher Feuchtigkeit, und sie ist nicht für enge und zerklüftete Hohlräume geeignet, da sie nicht so flexibel ist wie beispielsweise Glaswolle. Steinwolle ist etwas teurer als Glaswolle und wird vor allem wegen seiner noch besserern schallschutztechnischen Wirkung verwendet.

 


Perlite

Perlite ist ein vulkanisches Gestein, das aufgrund seiner Unverrottbarkeit und Insektenresistenz als Dämmstoff geschätzt wird. Im Vergleich zu anderen Dämmstoffen, wie EPS-Kügelchen, Glasfaser oder Steinwolle, weist Perlite jedoch eine schlechtere Wärmeleitgruppe auf. Dies bedeutet, dass mehr Material benötigt wird, um die gleiche Dämmwirkung zu erzielen, was den Preis und die benötigte Dicke der Dämmschicht erhöhen kann. Langzeitstudien haben gezeigt, dass es mit Dämmungen durch Perlite langfristig Schäden am Mauerwerk geben kann, weshalb Perlite nur noch selten verwendet wird.



Holzfaser

Holzfaserdämmstoffe bieten einen guten sommerlichen Wärmeschutz sowie Schallschutz und sind diffusionsoffen, feuchtigkeitsregulierend und recycelbar. Sie gelten als ökologisch vorteilhaft, da sie aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Bei der Verwendung von Holzfaserdämmstoffen ist jedoch zu beachten, dass sie einen höheren Druck beim Einblasen benötigen und die Begrenzungen stabiler gebaut werden müssen, um die Dämmung zu halten. Darüber hinaus sind sie in der Regel teurer als synthetische Dämmstoffe wie EPS oder Glaswolle.

 


Zellulose

Zellulose wird aus recyceltem Zeitungspapier hergestellt. Zellulose wird mit Borsalz behandelt und hat damit eine hohe Brandschutzwirkung (Brandschutzklasse B2). Sie bietet einen guten Schutz für umgebende Holzteile und hat ein einzigartiges Feuchteverhalten, das dazu beiträgt, Feuchtigkeitsschäden in der Konstruktion zu vermeiden. Zellulose ist diffusionsoffen und kapillaraktiv, das bedeutet, sie kann Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abgeben, wenn sie hinterlüftet ist. Das macht sie ideal zur Anwendung im Dachgeschoss. Dämmungen mit Zellulose benötigen nicht unbedingt eine Dampfbremse durch diese Eigenschaft. Da es sehr schwierig sein kann, auch bei einer korrekten Installation der Dampfbremse, diese über längere Zeit intakt zu halten, macht es häufig mehr Sinn, mit einem kapillaraktiven Dämmstoff wie Zellulose zu dämmen. Allerdings sollte Zellulose nicht in der Fassade verwendet werden, da sie dort die Feuchtigkeit nicht abgeben kann. Hier finden Sie weitere Informationen zu Zellulose.



Stroh

Stroh bietet eine hohe Wärmespeicherfähigkeit und eignet sich gut für den sommerlichen Hitzeschutz sowie den Schallschutz. Da Stroh ein nachwachsender Rohstoff ist, gilt es als umweltfreundlich und nachhaltig. Allerdings sind Strohdämmstoffe anfälliger für Schädlinge und Fäulnis als synthetische Dämmstoffe, was bei der Wahl des richtigen Dämmstoffs berücksichtigt werden sollte.

 


Fazit - Was ist die beste Einblasdämmung

Bei der Auswahl des besten Dämmstoffs für eine Einblasdämmung sollten verschiedene Aspekte wie Wärmedämmfähigkeit, Schallschutz, Feuchtigkeitsbeständigkeit, Umweltverträglichkeit und der Preis berücksichtigt werden. Jeder der genannten Dämmstoffe hat seine eigenen Vor- und Nachteile, die je nach den spezifischen Anforderungen des Projekts abgewogen werden sollten. Glaswolle und Steinwolle bieten beispielsweise eine gute Kombination aus Wärmedämmung, Schallschutz und Feuchtigkeitsbeständigkeit und sind für viele Anwendungen geeignet. Sie sind gut geeignet für die Dämmung von Fassaden. Holzfaser und Zellulose hingegen sind besser für Dachgeschossdämmungen. Unterm Strich ist aktuell der beliebteste Dämmstoff für die Einblasdämmung der Fassade Glaswolle. Diese hat in mehreren Studien bewiesen, dass sie bei richtiger Verarbeitung keine Schäden verursacht am Mauerwerk und gleichzeitig ein gutes Preis-Leistungsverhältnis aufweist.



Mate Rumstein




Über den Autor Mate Rumstein:

Mate Rumstein verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung als Industrieisolierer und hat in dieser Zeit zahlreiche Projekte unterschiedlicher Größen geleitet. Seine Karriere startete er als Bauleiter bei RS Isolierung GmbH, bevor er als Isolierer und Bauleiter zur A.S. Dämmtechnik GmbH in Hamburg wechselte. Dort spezialisierte er sich auf Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierungen. Über die Jahre hat Mate Rumstein umfassende Kenntnisse in verschiedenen Bereichen der Dämmung erworben und gilt als zuverlässiger Experte in seinem Fachgebiet.

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